Studiobau „Fritzcube“

Die Südtiroler Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann in Bozen ist mit über 500.000 Büchern die größte Bibliothek in Südtirol. Doch die Landesbibliothek sieht sich nicht nur als passive Sammlung von Literatur, sie ist auch sehr aktiv als Veranstalter von diversen kulturellen Veranstaltungen tätig, von Buchvorstellungen, Autorenlesungen bis hin zu Fortbildungen. Somit hat wurde durch Corona auch das Tätigkeitsfeld der Landesbibliothek stark eingeschränkt. 

 

Konzeption und Planung aus einer Hand

Im Sommer 2020 kontaktierte uns deshalb die Südtiroler Landesbibliothek, um verschiedene Möglichkeiten der Digitalisierung der Veranstaltungen zu besprechen. Schnell wurde klar, dass ein eigenes Filmstudio direkt in den Räumlichkeiten der Bibliothek die beste Lösung sein werde. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Johannes Andresen, Direktor der Landesbibliothek, entwickelten wir ein Konzept für das „Videolab“, bei welchem wir auch gezielt auf die Wünsche des Kunden eingegangen sind. Dazu zählten neben einer einfachen Bedienung der Technik und einer akustischen Entkopplung des Raumes auch eine ansprechende Inszenierung des Raumes. Alles Dinge, die durch die bestehenden Räumlichkeiten erschwert wurden, im konstanten Austausch mit Dr. Andresen wurden aber Lösungen gefunden, die beide Seiten zufrieden stellen konnten.

 

Von der Planung zur Umsetzung

Im November 2020 wurde dann mit den Umbauarbeiten begonnen. Als erstes musste natürlich der noch nicht vorhandene Raum für das Studio geschaffen werden. Dafür wurden doppelt beplankte Gipswände Bauarbeiten an Studio für die Landesbibliothek Südtirol mit dicker Akustik-Isolierung verwendet, um den Raum akustisch von den restlichen Bibliotheks-Räumen zu isolieren. Dies war wichtig, damit keine Störungen von außen in das Videostudio gelangen, im Falle einer Bibliothek gilt es aber auch den umgekehrten Weg des Schalles unbedingt zu unterbinden, die angenehme Ruhe des Lesesaals darf nicht vom Videolab gestört werden.

 

Parallel zu den Gipserarbeiten wurden auch bereits erste Elektroinstallationen getätigt, bei denen nicht nur Stromleitungen, sondern auch viele Datenleitungen (Internet, Audio, Video, Lichtsteuerung) in die Wand gelegt wurden, um ein Kabelchaos des voll verkabelten Studios zu verhindern.

Nachdem die Gipswände standen und passend zum Rest der Bibliothek gestrichen waren, konnte auch schon mit dem Licht-Setup begonnen werden. Front- und Keylights sind an platzsparend an die Decke montierte Truss geklemmt und können bequem vom Regietisch aus gesteuert werden. Das Lichtkonzept wurde mit einem Vorhang aus Verdunklungs-Stoff vervollständigt, der notwendig war, da an der Rückseite des Videolabs Fenster sind. Als besonderes Highlight kann dieser Vorhang mit Led-Stripes in verschiedene Farben eingefärbt werden, um unterschiedliche Stimmungen im Raum zu erzeugen. 

 

Und auch auf den Wunsch des Kundens, das Videolab solle gut in die Landesbibliothek integriert und auch dementsprehchend inszeniert sein, konnte eingegangen werden. Eine Kamera im Videolab sendet an einen außen angebrachten Bildschirm. So können Besucher der Landesbibliothek die Geschehnisse innerhalb des Videolabs verfolgen, ohne den Betrieb zu stören wie es z.B. bei einer Glaswand der Fall gewesen wäre.

 

Als „Hirn“ des Studios kann man den Regietisch bezeichnen, dort laufen alle Signale des Studios zusammen, jegliches technisches Equipment wird von dort aus gesteuert. Auf Anregung des Kunden hin wurde dieser mit einem Tisch auf Rollen realisiert, damit er auch in andere Räumlichkeiten der Landesbibliothek gefahren und dort benutzt werden kann. Beim Regietisch war ein optimaler Mix aus Qualität, Bedienbarkeit und Kosten höchste Priorität. Als Schaltzentrale kommt ein MacBook Pro in Kombinationen mit einem Bildmischer der ATEM-Serie von Blackmagic zum Einsatz, beides Industriestandards, die hohe Qualität und Performance mit akzeptablen Kosten kombinieren. Selbiges gilt für die drei Kameras, bei welchen wir uns für Modelle von SONY entschieden haben. Und auch audiotechnisch konnten mit einem Yamaha-Mischpult und vier Sennheiser-Mikrofonen bzw. Funkstrecken Produkte von namhaften Herstellern mit einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden werden. 

 

Der Bau des Videolabs, welches auf den Namen „Fritzcube“ getauft wurde, konnte nach einer ca. 10-tägigen Bauphase mit der Einrichtungen und Inbetriebnahme aller Komponenten abgeschlossen werden.

 

Zusätzlich zu den Bauarbeiten wurde auch eine Schulung durchgeführte, bei der auf Grundlagen der Foto- bzw. Videografie sowie spezifisch auf die verwendete Technik eingegangen wurde. Diese Schulung war auch eine Bestätigung, dass die Vorgabe der einfachen Bedienbarkeit erreicht wurde, denn bereits nach einer achtstündigen Schulung waren nicht in dieser Thematik Bewanderte bereits in der Lage, eigenhändig Videos aufzuzeichnen und Livestreams zu bewerkstelligen.

 

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